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Adriano Celentano – Für die Italiener mehr als nur ein Sänger

  Adriano Celentano – Für die Italiener mehr als nur ein Sänger  Wenn man über Italien spricht, kommt man an Adriano Celentano kaum vorbei. Für viele Italiener ist er nicht nur ein Musiker, sondern ein echtes Stück Kulturgeschichte – jemand, der Musik, Film und Persönlichkeit auf eine Weise verbindet, wie es nur wenige schaffen. Steckbrief: Wer ist Adriano Celentano? Geboren: 6. Januar 1938 in Mailand, Italien Beruf: Sänger, Tänzer, Schauspieler, Songwriter, Regisseur, Moderator Bekannt für: Rock’n’Roll in Italien, Filmkomödien, unverwechselbare Stimme, exzentrische Bühnenauftritte Werdegang: Vom jungen Musiker zum Kultstar Celentanos Karriere startete in den 1950er-Jahren. Rock’n’Roll war damals noch neu in Italien, und Adriano brachte frischen Wind mit – mit Haaren, die wild standen, und Songs, die ins Herz gingen. Sein Durchbruch kam 1958 mit „Il tuo bacio è come un rock“. Danach ging alles rasant: Singles, TV-Auftritte, erste Filme. In den 1960er- und 19...

Sassari

Sassari Sassari, die zweitgrößte Stadt Sardiniens, liegt im Nordwesten der Insel und wirkt auf den ersten Blick fast unscheinbar. Kein glitzernder Touristenmagnet wie Alghero oder Olbia, dafür eine Stadt mit Charakter, mit Ecken, die Geschichten flüstern – und Gassen, in denen man sich leicht verirren kann, wenn man sich treiben lässt. Lage und Anreise Sassari liegt rund 20 Kilometer vom Meer entfernt, mitten in der nordwestlichen Region Sardiniens. Wer mit dem Flugzeug kommt, landet meist in Alghero oder Olbia und nimmt dann den Bus oder Mietwagen. Bahnfreunde haben auch ihre Freude: Der Bahnhof von Sassari ist ein kleiner, aber wichtiger Knotenpunkt, vor allem wenn man weiter ins Inland will. Kurzum: Nicht direkt am Strand, aber perfekt, um die Insel zu erkunden, ohne im Trubel der Küstenorte zu stecken. Bevölkerung und Alltag Mit rund 130.000 Einwohnern hat Sassari genug Stadtleben, um es spannend zu machen, aber nicht so viel, dass man im Chaos versinkt. Das Leben hier tickt e...

Ein Mittagessen mit Jan und Gedanken über Süditalien. Zwischen Penne Arrabbiata, Neapel und leeren Häusern

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Ein Mittagessen mit Jan und Gedanken über Süditalien.   Zwischen Penne Arrabbiata, Neapel und leeren Häusern Ein Blick auf Süditalien, Begegnungen und Gespräche, die hängen bleiben Hallo Freunde, hallo liebe Leser, als Betreiber der Toro Tapasbar in Karlsruhe habe ich einen Job, der weit über Essen und Trinken hinausgeht. Menschen kommen, Menschen gehen. Manche bleiben nur Gäste. Andere hinterlassen Spuren. Gespräche, die man nicht plant. Geschichten, die sich entwickeln, während das Glas Rotwein langsam leer wird. Eine dieser Begegnungen trägt den Namen Jan M. Ein freier Tag, ein einfaches Gericht, ein gutes Gespräch Heute war mein freier Tag. Kein Tresen, keine Tapas, kein Lärm aus der Küche. Stattdessen Freunde, ein Tisch, Penne Arrabbiata . Tagesessen. Scharf, lecker, ohne Schnickschnack. Jan war auch dabei. Wir redeten über vieles. Über Italien natürlich. Über Süditalien im Besonderen. Irgendwann landeten wir bei Montescaglioso , meiner Heimatstadt in der Basili...

Italien und die Fußball-WM: Warum die Squadra Azzurra fehlt und was sich ändern muss

Italien und die Fußball-WM: Warum die Squadra Azzurra fehlt und was sich ändern muss Italien – eine Nation, in der Fußball mehr ist als Sport. Leidenschaft, Stolz, Tradition. Und trotzdem: In den letzten Jahren hat die Squadra Azzurra das ganz große Turnier verpasst. 2018? Kein Italien bei der WM. 2022? Wieder nicht. Wer Italien kennt, denkt: „Geht doch nicht, die müssen doch immer dabei sein!“ Aber warum sieht es so düster aus? Die Gründe für die WM-Abstinenz Zuerst einmal: Es ist nicht ein einzelnes Problem. Es ist ein Cocktail aus verschiedenen Faktoren. Taktische Probleme, mangelnde Konstanz bei den Trainern, Nachwuchs, der nicht den nötigen Sprung schafft, und eine Liga, die – vorsichtig gesagt – nicht mehr das Sprungbrett ist, das sie mal war. Manche Experten sprechen von „mentalem Druck“. Italienische Spieler fühlen sich manchmal wie auf der Bühne im Teatro alla Scala: jeder Fehlpass wird sofort bestraft. Und ja, Fehler passieren. Fußball ist kein Perfektionswettbewerb. Dan...

Essen in Italien: die 10 beliebtesten Gerichte

Essen in Italien: die 10 beliebtesten Gerichte Wenn man an Italien denkt, riecht man fast automatisch Tomaten, Knoblauch und Basilikum. Die italienische Küche ist keine ausgeklügelte Wissenschaft – sie lebt von Einfachheit, guten Zutaten und ehrlicher Zubereitung. Kein Schnickschnack, kein „Fusion“-Chaos. Nur echtes Essen, das satt macht und glücklich. 1. Pasta alla Carbonara Ein Klassiker aus Rom – und ein Dauerstreitthema. Mit oder ohne Sahne? (Spoiler: ohne.) Traditionell gehören nur Spaghetti, Guanciale (gepökelte Schweinebacke), Eier, Pecorino Romano und Pfeffer hinein. Das Geheimnis liegt im Timing: Das Ei darf nicht stocken, sondern soll cremig binden. Wenn du das einmal richtig hinbekommst, wirst du nie wieder zur Sahne greifen. 2. Pizza Napoletana Der Stolz Neapels. Dünner Boden, leicht aufgeblähter Rand, in 90 Sekunden im Holzofen gebacken. Eine echte Margherita – mit San-Marzano-Tomaten, Mozzarella di Bufala und frischem Basilikum – zeigt, wie wenig man braucht, um Pe...

Das „Pan de Fighe“ von Aurigo – vergessene Brote Liguriens, die kaum jemand kennt

Das „Pan de Fighe“ von Aurigo – vergessene Brote Liguriens, die kaum jemand kennt Brot mit Feigen – aber anders, als man denkt Aurigo ist ein kleines Bergdorf im Hinterland von Imperia, mitten in der ligurischen Macchia. Wenn man dort jemanden nach dem Pan de Fighe fragt, bekommt man kein Dessertbrot mit kandierten Früchten, sondern ein rustikales, dunkles Laibchen, das mehr nach Geschichte schmeckt als nach Zucker. Das „Brot mit Feigen“ ist dort kein modernes Trendgebäck, sondern ein einfaches, bäuerliches Brot. Grobes Mehl, getrocknete Feigen, ein wenig Olivenöl, manchmal ein Schuss Rotwein. Das Brot sollte früher lange satt machen – ideal für lange Arbeitstage auf den Terrassenfeldern. Ich habe in Aurigo zum ersten Mal davon gehört, in einer kleinen Bar, wo mittags noch geraucht und laut diskutiert wird. Eine ältere Frau meinte: „Das gibt’s kaum noch. Früher hat’s jede Familie ein bisschen anders gemacht.“ Und genau das macht es spannend: Es gibt kein offizielles Rezept. Nur ...

Ornella Vanoni ist tot – Abschied von einer Stimme Italiens

Ornella Vanoni ist tot – Abschied von einer Stimme Italiens Die Nachricht kam spät, aber sie sitzt tief: Ornella Vanoni, eine der prägendsten Sängerinnen Italiens, ist mit 91 Jahren gestorben. Sie verstarb am Freitagabend in ihrem Zuhause in Mailand. Eine Stadt, die sie seit Jahrzehnten begleitete – als Bühnenort, als Rückzugsraum, als Mittelpunkt ihres kreativen Lebens. Wer war Ornella Vanoni? Ornella Vanoni war vieles – Sängerin, Schauspielerin, Bühnenmensch. Geboren 1934 in Mailand, begann sie ihre künstlerische Laufbahn zunächst im Theater. Dort prägten große Regisseure ihre Ausdruckskraft, bevor sie in der Musik endgültig ihren Platz fand. Ihre Stimme? Tief, warm, manchmal rau, immer ehrlich. Kein glattpolierter Pop, sondern Charakter. Manchmal klang sie wie ein nächtliches Gespräch in einer leeren Bar. Manchmal wie eine vertraute Erinnerung, die plötzlich wieder auftaucht. In den 1960er-Jahren gelang ihr der Durchbruch über Musikshows im italienischen Fernsehen. Lieder wie ...